Open Call November


„Essen“

Instagram Takeover November ’21

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Schweinerrindswurst im Teigmantel, Kokosschokoriegel, Waffeln mit Nüssen, Ahornsirup und Schokoladencreme, serviert mit frittiertem Hähnchen (vgl. Wenzel 2020: 9 ff)… was für eine Rolle haben Lebensmittel in der Literatur, in der Kunst, im Theater? Oder gar in unserem Leben? Wie werden sie wahrgenommen? Mit welchen Vorurteilen nähern wir uns an? Ein Stillleben mit Lebensmittel ist im historischen und gesellschaftlichen Kontext zu interpretieren. Die Nennung von diversen Lebensmitteln und die Beschreibung von Zubereitungsarten beinhalten in der Tat immer auch die Eigeninterpretationen der Kreativen und der Rezipierenden. Ein Annäherungsversuch. 

Die Reihe “Das Problem heißt Rassismus!” setzt der Ringlokschuppen Ruhr mit den Partnern des Bahnhof Langendreer Bochum und Literaturbüro Ruhr fort. Nur wenn das Problem aktiv benannt wird, besteht die Möglichkeit, es zu beheben. Diverse Lesungen, Workshops und Performances definieren die Reihe. Zuletzt wies die Lesung “Wessen Erinnerung zählt” von Mark Terkessidis am 26.9. erneut auf die Komplexität des Themas hin und appellierte an die Zuhörenden, aktiv zu handeln. Um den Bogen zu spannen: Essen habe mit Rassismus nicht zu tun, so vielleicht der erste Impuls. Doch stimmt diese Einschätzung wirklich oder ignorieren wir hierbei nicht vielmehr genau die oben erwähnte Komplexität, der wir uns annehmen sollten?  


vier.ruhr ist die Allianz der Mülheimer Theaterinstitutionen: Das Festival „Stücke“ für neue Dramatik, das Ensembletheater Theater an der Ruhr und das Koproduktionshaus Ringlokschuppen Ruhr. Gemeinsam suchen wir nach neuen Formen der Kommunikation mit unserem Publikum im Netz und treten mit diesem Wunsch in die Welt von Instagram ein. Mittels der wechselnden Künstler*innen möchten wir verschiedene Perspektiven und Praxen einführen und die Synergie aus dem digitalen Raum auf vier.ruhr übertragen. Da die Realität längst nicht nur offline stattfindet. 

Bewerbungsfrist ist der 15.10.2021. Wir suchen eine Künstler*in oder ein künstlerisches Team, der/die/das im November für ca. 3 Wochen unseren Instagram-Kanal mit eigenen künstlerischen Setzungen, Clips, Stories usw. bespielt. Uns interessieren künstlerische und narrative Formen an der Schnittstelle von Theater, Performance und den visuellen Künsten. Das Format – ob Videoreihe, Interviews, Fotos, Illustrationen oder interaktive Formate –  steht frei. Falls ihr zu diesem Thema keinen guten Zugang findet oder im November keine Zeit habt, freuen wir uns auf eure Interessensbekundung! Da wir das Format 2022 fortsetzen möchten, besteht die Möglichkeit, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt zur Zusammenarbeit finden können.

Umfang: Konzeption, Produktion und Veröffentlichung (inklusive Captions) von insgesamt ca. 21 täglichen Posts. Einen sicheren Umgang mit Medienproduktion und insbesondere Instagram setzen wir voraus. Bei der Konzeption berät euch unser Team aus Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit und Mediengestaltung. 

Vergütung: 1.000€/Künstler*in oder Team plus 50€ Aufwandsentschädigung für die Bereitstellung eigener technischer Geräte (Computer, Handy, Kamera), ggf. Übernahme von Reisekosten nach Mülheim an der Ruhr zur Recherche vor Ort 

Bewerbt euch (einzeln oder als Team) für die dreiwöchige Online-Residenz. Schickt bis zum 15. Oktober 2021 eine Bewerbung mit einer kurzen Skizze der künstlerischen Idee für die Residenz, euren Lebenslauf und 2-3 Arbeitsproben in einer pdf Datei an: 

Frederika Tsai  – frederika.tsai@theater-an-der-ruhr.de

Literaturangaben: Wenzel, Olivia. 1000 serpentinen angst. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2020.