Eine Münchner Erinnerungsrevue
Avishai Milstein
Münchner Kammerspiele
Kennen Sie Philipp Auerbach? Der Mann überlebte den Holocaust und wurde nach dem Krieg zum Staatskommissar für rassisch, religiös und politisch Verfolgte in Bayern ernannt. Als Idealist versuchte er, jüdisches Leben wieder in Deutschland zu etablieren. Nach seinem Suizid 1952 geriet er in Vergessenheit, und dort bliebe er wohl, hätten die Münchner Kammerspiele nicht bei dem Israeli Avishai Milstein ein Stück über ihn bestellt. Milstein, Jahrgang 1964, ist ein alter Theaterhase. Er hat in München studiert und blickt auf das Verhältnis der Deutschen zu den Juden mit bösem Sarkasmus. So ist „Play Auerbach!“ kein Dokutheater, sondern eine Revue zum Thema Erinnerungskultur. Sie kommt als räudig komisches Laienspiel voller Fettnäpfchen daher – und geht ans Eingemachte. (Christine Dössel, Auswahlgremium Stücke 2026)