Das Dekameron #8


Ta’zieh ist ein schiitisches Passionsspiel, dass sich vor dreihundert Jahren in Iran entwickelt hat. Nach festen Regeln wird immer wieder der Tod von Hussein, dem Enkel des Propheten, inszeniert. Alle Zuschauenden kennen die Handlung, leiden mit, weinen und schwören Rache.

Roberto Ciulli hat auf seinen Theaterreisen durch Iran viele Versionen des Ta’zieh erlebt, aber eine ganz besondere. Das italienische Theaterkollektiv Anagoor verknüpft diese Geschichte mit Bildern ihrer eigenen Arbeit und Recherche in Persien. Aus der Beschäftigung mit dem Tod wird eine Ode an das Leben. Theaterspielen als Praxis des Lebendigen, als gemeinsam geteilte Zeit, um den Tod durch das Spielen aufzuhalten.

written by Simone Derai and Roberto Ciulli

editing and direction: Simone Derai

assistant to direction and additional editing: Marco Menegoni

original musical score: Mauro Martinuz

music from Robert Schumann’s “Das Paradies und die Peri” – recorded live in 2019 at Teatro Massimo, Palermo, Italy

Teatro Massimo orchestra and choir conducted by Gabriele Ferro

Peri, Sarah Jane Brandon / Jungfrau: Valentina Mastrangelo / Mezzo-sopran, Atala Schöck / Tenor, Maximilian Schmitt / Bariton, Albert Dohmen

Iran video footage from Anagoor “Das Paradies und die Peri” – Teatro Massimo di Palermo 2019 stage production and video project written and directed by Simone Derai

direction of photography: Giulio Favotto

musical dramaturg: Klaus-Peter Kehr

organization and cultural mediation; Emanuele Confortin, Annalisa Grisi, Anita Mousavian

additional shooting: Jochen Jahncke

translation: Alia Badr, Paola Barbon